Biomasse

Als einsetzbare Biomasse zählen vor allem Holz, Stroh, Mais, Getreide, Zuckerrüben, Raps, Sonnenblumen, Pflanzenöle, Biodiesel , Bioabfälle, Exkremente, Biogas aber auch Algen und weitere. Bei der Bildung der Biomasse wird die Energie der Sonnenstrahlung durch die Pflanzen mittels Fotosynthese genutzt und in Form von organischem, energiereichem Material gespeichert.

Anders die fossilen Energieträger: Zwar gehen auch sie ursprünglich auf organische Materie zurück (Erdöl entstand aus abgestorbenem Plankton, Kohle aus Wäldern), doch war das in ihnen gebundene Kohlendioxid für Jahrmillionen dem atmosphärischen Kreislauf entzogen und wird erst seit Beginn der Industrialisierung durch Verbrennung in immer noch wachsendem Maß in die Atmosphäre freigesetzt und führt zu einem Anstieg der durchschnittlichen Lufttemperatur (Treibhauseffekt).In Österreich wird Biomasse überwiegend in der Form von Holz genutzt. Fast 70 % des inländischen Energieverbrauchs von erneuerbaren Energieträgern (ausgenommen Wasserkraft) basiert auf Holzrohstoffen. Dazu zählen Scheitholz, Waldhackgut, Industrierestholz, Holzpellets.

Vorteile der Bioenergie-Nutzung

Hauptvorteil der Energie durch Biomasse ist, neben der Versorgung mit erneuerbaren statt endlichen Energieträgern, die Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes in die Atmosphäre: Holz oder andere biogene Energieträger haben das in ihnen gespeicherte Treibhausgas Kohlendioxid im Laufe ihres Wachstums der Atmosphäre zunächst entzogen, die bei nachhaltiger Nutzung nachwachsende Vegetation bindet es recht schnell wieder. Modelle zur Bioenergie-Gewinnung aus Abfall oder Exkrementen sind bereits getestet und funktionieren in Großanlagen sowie in Mini-Kläranlagen für den Hausgebrauch. Bei diesen Modellen ist der Hauptnachteil ausgeschaltet. Zusätzlich machen sie Kanalisation und zentrale Kläranlagen "überflüssig" und ermöglichen so den Bau von Häusern, oder Satellitenstädten weit entfernt von jeglicher Infrastruktur. Biomasse kann durch Verbrennung, Pyrolyse, alkoholische und Methangärung aufgeschlossen werden. Die Verbrennung von Biomasse kann in den Anlagen für fossile Brennstoffe erfolgen.

Nachteile der Bioenergie-Nutzung

Hauptnachteil der Bioenergie-Gewinnung mit nachwachsenden Rohstoffen ist ihr enormer Flächenbedarf und ihre Konkurrenz zu Naturflächen. Die Gewinnung von Energieträgern steht in einem Spannungsverhältnis zu Ernährung, Natur- und Landschaftsschutz. Während die Vergärung von landwirtschaftlichen Rest- und Abfallstoffen in Biogasanlagen als unproblematisch gilt, gerät der intensive Anbau von Energiepflanzen, insbesondere für die Herstellung von anspruchsvollen Treib- und Kraftstoffen, immer wieder in die Kritik. Es ist fraglich, ob eine Deckung des jetzigen Treibstoffverbrauches mit biogenen Energieträgern vom Volumen her ohne größere Umwelteingriffe möglich ist.

Großen Schaden verursacht der Anbau des für Biodiesel verwendeten Palmöls. Hierfür werden jährlich riesige Flächen Regenwald in Palmenplantagen umgewandelt. Je nach Anbaumethoden kann die Fläche dauerhaft veröden, wodurch die grüne Lunge Regenwald kleiner wird. Bei Rapsöl ergeben sich beim erforderlichen großflächigen Anbau Schwierigkeiten für die Landwirtschaft (Monokultur). 

Bei der Verbrennung von Biomasse können Schadstoffe wie Stickoxide und Schwefeldioxid entstehen. Die Verbrennung von Holz gilt als erhebliche Quelle von Feinstaub.

Zellulose-Ethanol und BtL-Kraftstoffe

Eine Verbesserung, in ökologischer Hinsicht, könnten jedoch Zellulose-Ethanol und BtL-Kraftstoffe bringen. BtL-Kraftstoff (Biomass to Liquid, deutsch: Biomasse zu Flüssigkeit) bezeichnet Kraftstoffe, die aus Biomasse synthetisiert werden. Im Gegensatz zu Biodiesel wird BtL-Kraftstoff allgemein aus fester Biomasse (z. B. Brennholz, Stroh, Bioabfall, Tiermehl, Schilf), also aus Zellulose bzw. Hemizellulose, und nicht nur aus Pflanzenöl, also Ölfrüchten, hergestellt. Damit ist der Hektar-Ertrag bedeutend höher. Auch die ökologischen Nachteile von Monokulturen dürften wegfallen. Diese Technologien stehen zwar noch am Anfang – zur Herstellung können aber viele verschiedene pflanzliche Stoffe und Reste verarbeitet werden.

19.6.2007, Quellen: siehe Pt. Erneuerbare Energie