Heidemarie Porstner, Gentechnikexpertin bei GLOBAL 2000, ist erschüttert: "Der untersuchte Gentech-Mais NK 603 von Monsanto ist in den USA als Nahrungsmittel zugelassen. Nach Europa wird er als Futtermittel für die Fleischproduktion importiert. NK 603 steht auf der Liste der gentechnisch veränderten Maissorten, die demnächst auch in Europa zum Anbau zugelassen werden könnten. Die Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) lautet, NK 603 sei genau so sicher wie konventioneller Mais. Man darf gespannt sein, wie die Bewertung der EFSA ausfällt, nachdem die Rattenstudie offiziell präsentiert worden ist."
Die Bewertungen der EFSA stützten sich bisher auf 90-Tage-Studien. In dieser kurzen Zeit kann man aber die tatsächlichen Risiken der Gentech-Pflanzen manchmal nur schwer abschätzen. Diese erste Langzeitstudie belegt aber, was viele KritikerInnen der Gentechnik in der Landwirtschaft und viele Landwirte selbst schon lange vermuten: Die Gentechnologie und die dabei verwendeten Pestizide haben massive Auswirkungen auf die Gesundheit der Tiere. "Ratten werden bei sehr vielen wissenschaftlichen Studien als die Referenztiere schlechthin herangezogen, um Aufschluss darüber zu erlangen, wie sich neue Substanzen auf den menschlichen Organismus auswirken. Daher darf man das Ergebnis dieser neuen Studie als sehr beunruhigend bewerten", sagt Porstner abschließend.
Quelle:
APA-OTS
