Armut und Umweltzerstörung zählen zu den größten Herausforderungen.

"Ziel der repräsentativen Umfrage war es, Einsicht in das Problem- und
Lösungsbewusstsein von Jugendlichen zu weltweit relevanten
Entwicklungen zu bekommen und zu erfahren, welche Perspektiven sie für
künftige Generationen in einer globalisierten Welt sehen", so Malte
Boecker von der Bertelsmann Stiftung gegenüber pressetext. Im
Mittelfeld rangieren bei der Befragung die Verknappung von Rohstoffen
(58 Prozent), die Ausbreitung weltweiter Seuchen und Krankheiten (53
Prozent), die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen (49 Prozent)
sowie Krieg und bewaffnete Konflikte. Als nicht so dringliche
Herausforderungen sehen die Jugendlichen die Wirtschafts- und
Finanzkrise, den internationalen Terrorismus und den Anstieg der
Weltbevölkerung. "Im Prinzip fallen die Ergebnisse in Österreich und
Deutschland sehr ähnlich aus", meint Boecker. Lediglich in Fragen der
Veränderungsbereitschaft gebe es größere Unterschiede. "Hier sehen die
deutschen Jugendlichen eine stärkere Verantwortung seitens der
Bevölkerung, während die österreichischen Veränderungsprozesse eher bei
den Mächtigen in Politik, Wirtschaft und großen Organisationen sehen."
Generell zeigen sich die Jugendlichen verhalten optimistisch.
Für Boecker weise das Ergebnis daraufhin, dass Zukunftssorgen schon zur
Lebenswirklichkeit der Jugendlichen gehören. "Das zeigt deutlich, dass
die Jugendlichen sehr genau reflektieren", meint der Experte. "Für weit
mehr als 60 Prozent der Befragten ist Nachhaltigkeit ein Zukunftsthema.
Auch wenn Nachhaltigkeit ein sehr abstrakter Begriff ist, können sich
die meisten etwas darunter vorstellen." Als Treiber von
Veränderungsprozessen sehen die befragten Jugendlichen langfristige
Strategien der Politik im Interesse nachfolgender Generationen, ein
stärkeres gesellschaftliches Engagement der Wirtschaft, weltweit
gültige Grundregeln im Umgang mit globalen Herausforderungen sowie
intensivere Bildungsmaßnahmen für die nachhaltige Entwicklung. Mehr als
60 Prozent glauben, dass internationale Nachhaltigkeitsnetzwerke einen
Einfluss auf globale Entwicklungen haben. Ein Großteil setzt zudem
große Hoffnungen auf technische Innovationen.
Die repräsentative Meinungsumfrage des Instituts TNS Emnid wurde von
Mitte Juni bis Mitte Juli 2009 durchgeführt.
Quelle: Pressetext Austria