Skandal: Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Sonnenstrom soll besteuert werden! Jetzt Petition unterzeichnen!

Kronberger warnt: „Die Abgabe für selbst erzeugten Strom bei Eigenverbrauch ist vergleichbar mit der Besteuerung von Gemüse aus dem eigenen Garten, das man selbst verzehrt." Kronberger warnt: „Die Abgabe für selbst erzeugten Strom bei Eigenverbrauch ist vergleichbar mit der Besteuerung von Gemüse aus dem eigenen Garten, das man selbst verzehrt."

Hände weg von der Sonne - Photovoltaic Austria startet Sonnenstrompetition.

Der Erlass vom 24. Februar 2014 versetzt die Photovoltaik-Branche in Aufruhr. Demnach soll der Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Sonnenstrom mit einer Abgabe von 1,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh) belegt werden, sobald die Nutzung eine Leistung von 5000 kWh überschreitet.

Grundsätzlich widerspricht die Abgabe dem Bestreben den Eigenverbrauch von sauberem Sonnenstrom zu fördern. Einerseits stützt der Staat mit einem kleinen Betrag Photovoltaik-Anlagen, fördert Elektromobilität und zuletzt rief die Landesregierung in Salzburg eine Speicherförderung ins Leben. Alles Aktivitäten, die den Eigenstromverbrauch von Photovoltaik-Anlagen in den Mittelpunkt stellen. Andererseits kratzt der Fiskus den letzten Cent aus den Anlagenbetreibern heraus.

Die wichtigsten Gründe, die gegen eine Besteuerung des Eigenstromverbrauchs sprechen:

  • Der Eigenverbrauch sorgt für eine Stabilisierung des Netzbetriebs und ist daher auch Bestandteil der Versorgungssicherheit.
  • Die Amortisationszeit für Photovoltaik-Anlagen verlängert sich und die vielfach geforderte Marktfähigkeit wird behindert anstatt unterstützt.
  • Die Administration ist für Privatpersonen kaum durchführbar, da die Abgabe selbst zu berechnen ist und monatlich abgeführt werden muss.
  • Bei Kleinanlagen übersteigt der administrative Aufwand den steuerlichen Ertrag.
  • Der Ausbau der sauberen Elektromobilität und die individuelle Speicherung, beides wichtige Zukunftsmodelle, werden behindert.
  • Selbst Inselanlagen auf Schutzhütten oder im Freizeitbereich, ohne Anbindung an das Stromnetz, sind von der Abgabe betroffen. Diese Anlagen haben aus Mangel an Netzanschluss keine Möglichkeit Überschussstrom abzuliefern und müssten daher, um der Abgabe zu entgehen, vor Überschreiten der 5000 kWh abgedunkelt werden. Außerdem müsste der Hüttenwirt monatlich vom Berg klettern, um seiner Abgabenpflicht nachzukommen. Im Normalfall hat eine Inselanlage auch keinen Zähler.
  • Im Gegensatz dazu sind Energieversorger von der Abgabe befreit, wenn diese den Strom für die Erzeugung von elektrischer Energie anwenden.*

*eine kleine Rückvergütungsmöglichkeit gibt es für Firmen, die ihren Eigenstromverbrauch hauptsächlich zur Produktion von Wirtschaftsgütern einsetzen.

Resümee:
Hans Kronberger vom Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) warnt: „Die Abgabe für selbst erzeugten Strom bei Eigenverbrauch ist vergleichbar mit der Besteuerung von Gemüse aus dem eigenen Garten, das man selbst verzehrt. Macht die Besteuerung von Eigenstrom Schule, könnte sich dies sehr schnell auf andere Bereiche auswirken.“ Der Bundesverband Photovoltaic Austria fordert den Finanzminister auf, den wild geworden Amtsschimmel zu bändigen und den Erlass vollständig zu überarbeiten, beziehungsweise bei Bedarf die Änderung des dahinter stehenden Gesetzes zu betreiben. Das Argument seitens der Finanz, dass es das Gesetz der Elektrizitätsabgabe schon länger gibt, ist insofern nicht treffend, da erst jetzt mit dem Ausbau von Photovoltaik-Anlagen das Problem akut geworden ist.

Mehr Kosten als Nutzen
Bundesinnungsmeister Joe Witke warnt: „Die Schwierigkeit einer Feststellung des tatsächlichen Eigenverbrauchs und die administrativen Kosten werden in den meisten Fällen den fiskalischen Nutzen übersteigen.“

PV-Branche massiv verunsichert
Der PV-Unternehmer Markus Rauchenecker bekräftigt den Rückschlag, den die PV-Industrie im Gewerbe durch den Erlass erleiden könnte. „Wir sind endlich soweit, dass wir ein Model für PV-Anlagenbetreiber mit Eigenstromverbrauch wirtschaftlich berechnen und damit die Photovoltaik zur Markreife führen können. Dieses Model relativiert sich aber sofort wieder, wenn wir die Abgabe miteinberechnen. Die Branche ist durch den Erlass massiv verunsichert“, so Rauchenecker.

JETZT SONNENSTROM-PETITION UNTERZEICHNEN
Am 13. März wird eine österreichweite Petition zur Abschaffung der Eigenverbrauchssteuer gestartet. Man erhofft sich über 10.000 Unterschriften. Zur Petition

Ihre Gesprächspartner:

  • Dr. Hans Kronberger, Präsident Bundesverband Photovoltaic Austria
  • TR Ing. Josef Witke, Bundesinnungsmeister der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker
  • Markus Rauchenecker, Geschäftsführer marasolar GmbH

 

Quelle & weitere Infos:

Photovoltaic Austria
Neustiftgasse 115A/Top19
1070 Wien
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.pvaustria.at

Letzte Änderung amDonnerstag, 03 April 2014 08:00

Kommentare   

0 #1 gerold woisetschläge 2015-03-09 20:52
S. g.Damen und Herren!
Ich habe seit 2011 eine Sonnenstrom Erzeugungsanlage.
Die ganze Zeit wurde vom Finanzamt nichts verrechnet. Jetzt erhielt ich eine Nachverrechnung . Sie umfasst die gesamte
Stromproduktion. Es werden auch Umsatzsteuer und Einkommensteuer für den gesamten Eigenverbrauch verrechnet.. DAs sind nicht 20 + 40% sondern über 80% mit
dem verrechneten Privatanteil. Damit sind große Verluste vorprogrammiert . Vom Finanzamt Ombudsmann erhält man überhaupt keinbe brauchbare INformation. anscheinend weiß er selbst nicht, was tatsächlich gilt. Es herrschen unzählige Widersprüche. Oder versteckt sich der Ombudsmann hinter hinter seinem Arbeitgeber. WAs soll ich tun?
1.) Konkurs
2.) Demontage
3.) Abschalten
4.) Nur mehr Lieferung
5.) Nur mehr Eigenverbrauch?
Vom Umweltschutz und den CO2 Einsparungen will der Ombudsmann nichts wissen.
Für meine Entscheidungen bräuchte ich dringend Klarheit.
Zitieren

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Nach oben

Bio Newsletter

captcha

Mitgliedschaft & Werbung

Folge uns

Netzwerk