Aluminium: Wie schädlich ist Kapselkaffee?

Aluminium: Wie schädlich ist Kapselkaffee?

Kapselkaffee ist beliebt wie nie zuvor, Hersteller jubeln über jährliche Zuwächse von 20 Prozent und mehr. Doch in punkto Umwelt und Gesundheit mehren sich die Warnungen vor negativen Folgen.
Ein Beitrag von
 Klaus Faißner.

Kapselkaffee
"Nespresso, what else?", fragt George Clooney werbewirksam - und Abermillionen machen es ihm nach: Inzwischen können sich viele Menschen ein Leben ohne Kapselkaffee nicht mehr vorstellen. Er ist einfach handzuhaben, es gibt jede Menge Geschmacksrichtungen und das Heißgetränk ist im Handumdrehen fertig. Für diese Bequemlichkeit greifen die Konsumenten ungewohnt tief in die Tasche: Im Schnitt geben etwa die Deutschen für Kapselkaffee fünfmal mehr aus als sonst im Schnitt für die gleiche Menge Kaffee. Selbst bester Bio-Fairtrade-Kaffee um 20 Euro pro Kilo ist im Vergleich zum konventionellen Kapselkaffee mit einem Kilopreis von rund 35 bis 80 Euro fast ein Schnäppchen. Hersteller freuen sich über jährliche Zuwachsraten im zweistellige Prozentbereich. Doch sind diese Produkte von Nestlé, Tchibo oder Kraft Foods (der Konzern nennt sich seit kurzem Mondelez) wirklich so unproblematisch wie allgemein behauptet?

Mehr Aluminiummüll als der Eiffelturm wiegt
Als Nestlé erstmals in den 1980er Jahren mit portioniertem Kaffee auf den Markt kam, hatte das Konzept in Zeiten einer starken Umweltbewegung keine Chance. Für jede Tasse Kaffee eine Kapsel aus Aluminium, die noch dazu meist im Restmüll landet? Damals undenkbar. Heute nehmen die meisten Bürger das vom Luxusprodukt verursachte Müllproblem gleichgültig zur Kenntnis. Laut Expertenschätzungen verkaufte Nestlé 2013 rund neun Milliarden Nespresso-Kapseln. Bei einem errechneten Gehalt von 1,13 Gramm Aluminium pro Kapsel ergäbe dies ein Gesamtgewicht von etwa 10.000 Tonnen Aluminiumabfall. Damit sind alleine die verbrauchten Aluminiumkapseln des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns weit schwerer als das Gerüst des Eiffelturms, das aus rund 7.300 Tonnen Stahl besteht. Wieviele Kapseln recycelt und nicht gleich weggeschmissen werden, ist unbekannt. Ausgangsmetall für die Aluminiumherstellung ist Bauxit. Die größten und ertragreichsten Bauxitminen befinden sich in armen Ländern rund um den Äquator wie in Brasilien, Venezuela, Guinea, Jamaika oder Indien. Für den Abbau werden Regenwälder abgeholzt und der Lebensraum von Ureinwohnern zerstört. Das ursprüngliche Paradies wandelt sich rasch in eine giftige Stätte, die zum Teil staubig und zum Teil nass-schlammig ist. Besonders das Abfallprodukt Rotschlamm, von dem weltweit rund 150 Mio. t pro Jahr anfallen, hat es in sich: Er enthält die Schwermetalle Cadmium, Chrom, Arsen, Blei und Quecksilber sowie auch Aluminium, die biochemisch aktiv und somit für alle Lebewesen gefährlich sind. Oft sind die Rotschlammbecken nur unzureichend gesichert und stellen eine latente Gefahr dar. Wie schnell eine Katastrophe passieren kann, zeigte sich am 4. Oktober 2010 in Westungarn: Der Damm eines Aluminiumwerkes bricht und hunderttausende Kubikmeter Rotschlamm treten aus. Sie überfluten die kleinen Orte Kolontár und Devecser. Zehn Menschen sterben und rund 150 Personen werden verletzt, zum Teil erleiden sie durch den Kontakt mit Rotschlamm schwere Verätzungen.

"Jede Tasse Kapselkaffee ist eine zuviel!"
Während Medien das durch Aluminiumkapseln verursachte Umwelt- und Müllproblem wenigstens hie und da aufgreifen, herrscht in Bezug auf mögliche Gesundheitsschäden allgemeines Stillschweigen. Die zentrale Frage lautet: Gelangt das Aluminium aus den Kapseln ins Blut? Die Hersteller von Kaffeekapseln verneinen dies, wie im Internet veröffentlichte Stellungnahmen zeigen. Besonders Heilpraktiker warnen jedoch davor, die Gefahren von Aluminium durch Kapselkaffee zu unterschätzen. Eine davon ist Ariane Bär, die im Schweizer Kanton Appenzell Ausserrhoden eine Praxis betreibt und mit Dunkelfeldmikroskopie arbeitet. Sie untersuchte sowohl das Blut als auch den Kapselkaffe intensiv auf Aluminiumfragmente - und fand sie nach eigenen Angaben da wie dort. Daher ist sie überzeugt, die Teilchen als Abfallprodukt der Kaffeekapsel zuordnen zu können. In den Kaffee gelange Aluminium durch das Durchstechen der Hülse. Die Plastikbeschichtung könne dies nicht verhindern, zumal auch Plastik unverdaulich sei und ein kanzerogenes Potenzial mit sich bringe. "Sind diese Fragmente dann einmal im Darm angekommen, ist es eine reine Glücksache, wie viele davon durch die Darmschranke ins Blut gelangen oder wieder ausgeschieden werden", erklärt Bär. "Wer sich auf den Kauf einer Kapselmaschine einlässt, ist sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch beim Auftreten einer Krankheit nicht bewusst, wie er sich damit schleichend täglich portionenweise belastet. Einige Kaffeetrinker beschreiben des Öfteren eine zunehmende Magenüberempfindlichkeit, die sie dazu bewegt, diesen Kaffee nicht mehr zu trinken." Gibt es Wege, Aluminium wieder loszuwerden? Dies bejaht Bär und verweist auf die von der Naturheilkunde praktizierte Metallausleitung. Es komme jedoch darauf an, wo die verschiedenen Metall-Depots sitzen: "Sicherlich ist eine Metallbelastung in der Niere einfacher zu beheben als Ablagerungen im Gehirn. Ob aber eine Säuberung voll und ganz möglich ist, wage ich zu bezweifeln." Bärs Fazit: "Jeder getrunkene Kapselkaffee ist einer zu viel."

biologisch.at-Tipp: Wer auf seine Kapselkaffeemaschine dennoch nicht verzichten möchte, kann wiederbefüllbare Kapseln verwenden. Die beste Wahl sind hier sicher die mycoffeestar Kaspeln aus Hightech-Edelstahl. Eine billigere Alternative wären wiederbefüllbare Kunststoffkapseln - sicherlich immer noch ökologischer & gesünder als die Wegwerfalukapseln. 

"Schmutziges Geheimnis" Aluminium

Tatsächlich gibt es mehr als genug andere Arten, Kaffee zuzubereiten. Billiger sind diese allemal - und geschmacklich besser sei das Ergebnis ebenso, meinen etwa Filterkaffee-Freunde. Wie groß das Aluminium-Problem insgesamt geworden ist, hat der Autor Bert Ehgartner in seinem Buch "Dirty little Secret: Die Akte Aluminium" dargestellt. Im Gegensatz zu anderen Metallen wie Arsen oder Kupfer werde es für keine biologischen Funktionen benötigt und vom Körper auch nicht erkannt. Deshalb gebe es "keine Abwehr und Schutzmaßnahmen gegen die aggressiven Metallionen", zitiert Ehgartner den jahrzehntelang tätigen Aluminiumforscher Christopher Exley von der Universität Keele in Großbritannien. Es mehren sich die Hinweise, dass Aluminium an Krankheiten wie Demenz, Parkinson, Brustkrebs oder Multiple Sklerose ursächlich beteiligt sein könnte. Objektive Forschungen dahingehend seien dringend vonnöten, um mehr Klarheit für die Menschen zu bringen.

Quelle:
Klaus Faißner

Letzte Änderung amFreitag, 12 Dezember 2014 12:18

Kommentare   

0 #1 Wolfgang Pietsch 2014-12-24 15:19
Ich habe damit keinelei Probleme. Die Leute( Konsumenten) sind selber schuld wenn sie sich von der Lebensmittelind ustrie vergiften lassen!! Mir kommt so ein Mist gar nicht erst ins Haus. Ich trinke nur richtigen Kaffee.
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