Bio 2021 – der Weg zur Umsetzung der neuen Bio-Verordnung

Die biologische Wirtschaftsweise erfüllt in höchstem Maße die Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten. Eine umweltfreundliche Landwirtschaft und Tierwohl sind wichtige gesellschaftliche Anliegen.

Im Jahr 2019 wurde in Ös­ter­reich be­reits mehr als ein Vier­tel der land­wirt­schaft­lich ge­nutz­ten Flä­che bio­lo­gisch be­wirt­schaf­tet. Über 24.000 Be­trie­be pro­du­zie­ren bio­lo­gi­sche Le­bens­mit­tel in höchs­ter Qua­li­tät und unter Ein­hal­tung der EU-weit ge­re­gel­ten Pro­duk­ti­ons­an­for­de­run­gen.

Die ge­mein­sa­me Agrar­po­li­tik der EU leis­tet einen we­sent­li­chen Bei­trag durch ziel­ge­rich­te­te Un­ter­stüt­zung und Re­ge­lung der Pro­duk­ti­on, der Ver­ar­bei­tung und der Ver­mark­tung von bio­lo­gisch er­zeug­ten Le­bens­mit­teln.

Recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen für die bio­lo­gi­sche Pro­duk­ti­on ab 2021
Mit 2021 tritt eine neue EU-Bio-Ver­ord­nung in Kraft, die zahl­rei­che Ver­än­de­run­gen für die Bäue­rin­nen und Bau­ern mit sich brin­gen wird. Un­ab­hän­gig davon prüf­te im Jahr 2017 die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on die Um­set­zung der der­zeit gül­ti­gen EU-Bio-Ver­ord­nung und die da­zu­ge­hö­ri­gen Durch­füh­rungs-Ver­ord­nun­gen. Die­ses Audit der EU-Kom­mis­si­on be­tref­fend die be­ste­hen­de Ver­ord­nung be­stä­tigt den Weg und bringt die un­mit­tel­ba­re Not­wen­dig­keit von An­pas­sun­gen mit sich.

Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ar­beit, So­zia­les, Ge­sund­heit und Kon­su­men­ten­schutz (BMASGK) und das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Nach­hal­tig­keit und Tou­ris­mus (BMNT) haben unter Ein­be­zie­hung der bäu­er­li­chen In­ter­es­sen­ver­tre­tun­gen (Land­wirt­schafts­kam­mern und Bio­ver­bän­de) in­ten­siv daran ge­ar­bei­tet, be­ste­hen­de Aus­le­gun­gen zur EU-Bio-Ver­ord­nung zu über­ar­bei­ten, um ge­mein­sam mit der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on pra­xis­na­he Lö­sun­gen zu er­mög­li­chen.

Stel­lung­nah­me der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on
Nach zahl­rei­chen Ge­sprä­chen auf Ex­per­ten­ebe­ne liegt nun die schrift­li­che Stel­lung­nah­me (16.12.) aus Brüs­sel vor. Die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on er­kennt in wei­ten Tei­len die Be­mü­hun­gen Ös­ter­reichs an, hält aber fest, dass ins­be­son­de­re in den Be­rei­chen An­bin­de­hal­tung, Wei­de­hal­tung für Rau­fut­ter­ver­zeh­rer und Aus­lauf noch wei­te­re An­pas­sun­gen zur voll­stän­di­gen Um­set­zung der gül­ti­gen und der zu­künf­ti­gen EU-Bio-Ver­ord­nung not­wen­dig sind.

Um das Pro­fil der ös­ter­rei­chi­schen Bio-Land­wirt­schaft wei­ter zu schär­fen und die eu­ro­päi­schen An­for­de­run­gen richt­li­ni­en­kon­form um­zu­set­zen sind in be­stimm­ten Teil­be­rei­chen je­den­falls An­pas­sun­gen not­wen­dig.

We­sent­li­che An­pas­sun­gen sind in fol­gen­den Be­rei­chen zu er­war­ten

  • Wei­de­hal­tung von Rau­fut­ter­ver­zeh­rern (Rin­der, Scha­fe, Zie­gen und Pfer­de): Im Jahr 2020 muss jeder Bio-Be­trieb min­des­tens ein RGVE pro Hekt­ar wei­de­fä­hi­ger Flä­che oder zu­min­dest fünf­zig Pro­zent der RGVE in der Ve­ge­ta­ti­ons­pe­ri­ode auf der Weide hal­ten, wann immer es die Um­stän­de er­lau­ben. Zudem muss auf Basis der Ana­ly­se der IST-Si­tua­ti­on am Be­trieb („Selbst­e­va­lu­ie­rung“) ein be­trieb­li­cher Wei­de­plan er­stellt wer­den und die Weide do­ku­men­tiert wer­den.
  • Für ei­ni­ge Ein­grif­fe wie zum Bei­spiel das Zer­stö­ren der Horn­an­la­ge bei Käl­bern unter sechs Wo­chen muss ein­zel­be­trieb­lich die Not­wen­dig­keit be­grün­det und die Ge­neh­mi­gung der zu­stän­di­gen Be­hör­den ein­ge­holt wer­den. Für an­de­re Ein­grif­fe wie zum Bei­spiel Na­sen­ring bei Stie­ren sind tier­be­zo­ge­ne Ge­neh­mi­gun­gen er­for­der­lich. Ent­spre­chen­de Form­blät­ter zum An­su­chen auf Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung für Ein­grif­fe lie­gen vor.
  • Ab dem Jahr 2020 darf der Aus­lauf für Käl­ber, Läm­mer und Kitze nicht mehr zu 100 Pro­zent über­dacht sein.

Quelle:
BM Landwirtschaft, Regionen & Tourismus

Weitere Artikel dazu:
Bio Austria –  Neue EU-Bio-Verordnung – Detailregelungen problematisch für Praxis
Wiener Zeitung – Neue EU-Bio-Verordnung bedroht heimische Betriebe

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