Gibt es eine Biobestattung?

Nachhaltig über den Tod hinaus – ist umweltbewusstes Abschiednehmen möglich, was sind die Kriterien einer Biobestattung und ist sie in Österreich möglich?

In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Naturverbundenheit in vielen Lebensbereichen eine zentrale Rolle spielen, stellen sich immer mehr Menschen die Frage – gibt es eine Biobestattung bzw. kann auch der letzte Weg umweltfreundlich gestaltet werden?

Vergleich der Bestattungsformen unter ökologischen Gesichtspunkten

1. Erdbestattung

Bei der traditionellen Erdbestattung wird der Verstorbene in einem Sarg beigesetzt. Diese Methode erfordert den Einsatz von Ressourcen für die Herstellung des Sarges und die Grabpflege. Zudem können durch Lacke, Metalle und andere Materialien Schadstoffe in den Boden gelangen. Der Flächenverbrauch ist ebenfalls ein relevanter Aspekt. Insgesamt ist die Erdbestattung aus ökologischer Sicht weniger vorteilhaft.​

2. Feuerbestattung

Die Kremation benötigt erhebliche Mengen an Energie und verursacht CO₂-Emissionen. Zwar ist der Flächenverbrauch geringer als bei der Erdbestattung, jedoch bleibt die Umweltbelastung durch den Verbrennungsprozess bestehen.​

3. Baum- und Waldbestattung

Diese Formen setzen eine vorherige Kremation voraus. Die Asche wird in biologisch abbaubaren Urnen im Wurzelbereich von Bäumen beigesetzt. Obwohl die Urnen umweltfreundlich sind, bleibt die Belastung durch die vorherige Einäscherung bestehen. Zudem können Schwermetalle aus der Asche in den Boden gelangen.

4. Reerdigung

Bei der Reerdigung wird der Körper in einem speziellen Behälter innerhalb von 40 Tagen zu Humus umgewandelt. Diese Methode ist sehr umweltfreundlich, jedoch in Österreich derzeit nicht zugelassen.​

5. Alkalische Hydrolyse

Diese Methode zersetzt den Körper durch eine Lauge in einem Druckbehälter. Sie gilt als äußerst umweltfreundlich, ist jedoch in Österreich ebenfalls nicht erlaubt.​

Die Donaubestattung: Die umweltfreundlichste Option in Österreich

Die Donaubestattung kombiniert die Vorteile einer Naturbestattung mit minimaler Umweltbelastung:

  • Biologisch abbaubare Urnen: Die Asche wird in speziellen Urnen beigesetzt, die sich vollständig im Wasser auflösen und keine Rückstände hinterlassen.
  • Keine Grabpflege notwendig: Es entsteht kein Bedarf an Grabsteinen oder Pflege, was Ressourcen spart und die Umwelt schont.​
  • Natürlicher Kreislauf: Die Asche wird dem natürlichen Wasserkreislauf übergeben, ohne den Boden oder das Wasser zu belasten. ​
  • Individuelle Gestaltung: Die Zeremonie kann persönlich und individuell gestaltet werden, ohne dabei die Umwelt zu belasten.

Fazit

Unter den in Österreich legalen Bestattungsformen stellt die Donaubestattung die umweltfreundlichste Option dar. Sie verbindet eine würdevolle Verabschiedung mit einem minimalen ökologischen Fußabdruck und ermöglicht es, auch im Tod im Einklang mit der Natur zu sein.​

Hinweis: Die Informationen basieren auf aktuellen Recherchen und den verfügbaren gesetzlichen Regelungen in Österreich. Für individuelle Beratung und weitere Informationen empfehlen wir, sich an spezialisierte Bestattungsunternehmen oder Umweltorganisationen zu wenden.​

 

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