Neue EU-Öko-Verordnung erlaubt Gen-Technik in Bio-Produkten

0,9 Prozent Gentechnik-Spuren sollen ab 2009 in Bioprodukten zulässig werden

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Die 2009 in Kraft tretende EU-Öko-Verordnung erlaubt, dass auch Produkte, die in geringem Maß und unabsichtlich mit Gentechnik verunreinigt sind, als "bio" ins Regal kommen. Für diese versehentliche Kontaminierung soll ein Grenzwert von 0,9 Prozent gelten, wie auch bei konventionellen Produkten. Ab dieser Schwelle müssen unabsichtlich verunreinigte Lebensmittel in der EU als "gentechnisch verändert" gekennzeichnet sein. Das EU-Parlament sowie auch Österreich verlangten einen Grenzwert von 0,1 %. Gegen die neue Öko-Verordnung haben Belgien, Italien, Griechenland und Ungarn gestimmt, Polen war bis zuletzt für strengere Bestimmungen, hat dann aber seinen Widerstand aufgegeben und ein Mehrheitsbeschluss konnte nicht verhindert werden. Österreich hat derzeit noch einen niedrigeren Schwellenwert von 0,1 % für biologische Lebensmittel aus heimischer Erzeugung. Das Landwirtschaftsministerium betonte, "dass der Toleranzwert von 0,9 Prozent kein Freibrief für Verunreinigung ist".

 

Stellungnahme der ARGE Gentechnik-frei  

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Zur EU-Regelung, die Gentechnik-Grenzwertfestlegung auf 0,9 Prozent anzuheben, meint Florian Faber, Geschäftsführer und Mitbegründer der ARGE Gentechnik-frei, dass eine solche Festlegung generell zu begrüßen sei. "Hier geht es nicht darum, absichtlich gentechnisch veränderte Produkte beizumengen, sondern Verunreinigungen, die versehentlich beim Transport oder bei der Verarbeitung entstanden sind, gesetzlich zu regeln", so Faber. Dabei handle es sich um eine absolute Höchstgrenze, erklärt Faber abschließend im pressetext-Gespräch. Derzeit liegt der Grenzwert in Österreich bei 0,1 Prozent – das entspricht auch der Nachweisgrenze. Konkret bedeutet dies, dass bei Kontrolluntersuchungen eine Verunreinigung nicht mehr als 0,1 Prozent ausmachen darf.

 

 

Einheitliches EU-Bio-Logo

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Weiters regelt die neue EU-Ökoverordnung, die am 12.6.2007 von den EU-Landwirtschaftsministern verabschiedet wurde, die Erzeugung & Verarbeitung – mind. 95% der Inhaltsstoffe müssen biologisch erzeugt sein – die Kontrolle, Einfuhrbestimmungen und die Kennzeichnung: Produkte aus biologischem Anbau müssen künftig in der EU einheitlich gekennzeichnet sein, und zwar mit dem blau-grünen EU-Bio-Logo. Die bisherigen einzelstaatlichen oder privaten Siegel für Bio-Lebensmittel dürfen auch in Zukunft neben dem EU-Siegel weiter verwendet werden.

Quellen: www.pressetext.at
http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/07/807&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en

 

 

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