Solarenergie für 2,5 Millionen Menschen – oder Geld für die Flugindustrie?

Mit dem Steuergeld für die AUA, die zur deutschen Lufthansa gehört, könnte Sonnenstrom für mehr als ein Viertel der österreichischen Bevölkerung & tausende Jobs geschaffen werden. Wie wird Klimaministerin Gewessler entscheiden? Ein Artikel von Lukas Pawek / oekonews.at

Die AUA will € 800 Mio. Steuergeld vom Staat. Wieder einmal, denn gerade Mal 10 Jahre liegt der letzte Steuergeld-Segen im Ausmaß von € 500 Mio. zurück. Argumentiert wird mit 7.000 Arbeitsplätzen, die geschützt werden müssen. Das klingt viel, aber mit dem selben Geld könnten 70.000 Jahres-Arbeitsplätze in der Solarenergie-Wirtschaft geschaffen werden. Und nebenbei könnte mehr als ein Viertel der österreichischen Bevölkerung – 2,5 Mio. Menschen um genau zu sein – mit 100 % Sonnenstrom jahrzehntelang versorgt werden. Zusätzlich würde diese (sauber produzierte) Energiemenge unsere CO2-Strafzahlungen, die Milliarden Euro ausmachen, massiv verringern. Diese CO2-Verringerung würde Österreich also auch enorme Geldsummen ersparen. Und durch den reduzierten Flugverkehr würden die CO2-Emission zusätzlich sinken. Sie finden alle lückenlos dokumentierten Quellen dieser Berechnungen hier zum Download. Während Österreichs Klimaschutzministerin Leonore Gewessler die Rettung an „Klimapolitische Bedingungen“ knüpfen möchte, stellt sich die Frage, ob es nicht das Beste wäre, wenn es gar kein Geld für die AUA gäbe. Sondern stattdessen das Geld in Solarstrom oder den Ausbau des öffentlichen Verkehrs besser investiert wäre? Die Zahlen der Arbeitsplätze und der Wirtschaftsleistung sprechen eine klare Sprache und würden einer grünen Umweltministerin eigentlich alle Trümpfe in die Hand geben.

Petition SavePeopleNotPlanes

Hier gibt es bereits eine Petition, die das Flugindustrie-Rettungs-Geld sinnvoller verwenden möchte – für Menschen anstatt für Fluglinien. Zur Petition

 

Quelle:
oekonews.at – Lukas Pawek
Lukas Pawek ist Autor des Buchs „Autarkie. Leben in Freiheit“, das er gemeinsam mit Franz Spreitz unter www.autarkie.at herausgibt.

4 Kommentare

  1. Es wäre schön, wenn das Leonore Gewessler allein entscheiden könnte!

  2. Cara 26. Mai 2020 um 15:06

    das KVB (KLIMAVOLKSBEGEHREN) übergab gestern dem bundeskanzler über 1000 postkarten mit wünschen und vorschlägen, wie unser steuergeld sinnvoll und nachhaltig eingesetzt werden kann. können wir eine ähnliche aktion an ministerin gewessler starten?
    ich schreibe ihr JETZT EIN MAIL! wenn wir das alle tun……………………..was meint ihr?
    alles liebe cara

  3. Cara 26. Mai 2020 um 15:25

    das ist ihre mailadresse: kbm@bmk.gv.at
    ich habs auch an diese geschickt: leonore.gewessler@bmk.gv.at

  4. Cara 27. Mai 2020 um 11:49

    es freut mich, dass ich eine umfangreiche antwort vom kabinett der BM bekommen habe, seht selbst….
    Sehr geehrte Frau Cara,

    Danke für Ihre E-Mail. Ich darf Ihnen versichern, dass Bundesministerin Gewessler die große Verantwortung in dieser Frage bewusst ist, und Argumente wie die in Ihrer Nachricht sehr genau abwägt.

    Um es vorauszuschicken: die Zukunft der internationalen Mobilität liegt für die Bundesministerin bei kurzen und mittleren Strecken in mehr und besseren Bahnverbindungen und dem Ausbau der Nachtzüge. Aus Sicht des Klimaschutzes soll möglichst nur dann geflogen werden, wenn es unvermeidlich ist und wo es keine Alternative gibt. So ist zum Beispiel in der aktuellen Corona-Krise ist ins Bewusstsein gerückt, dass Dienstreisen in vielen Fällen durch Videokonferenzen ersetzt werden können.

    Derzeit laufen aufgrund des Antrags der Austrian Airlines auf staatliche Unterstützung Gespräche mit der Lufthansa und der AUA. Es ist weiterhin offen, ob in einer Gesamtbetrachtung aller relevanten Aspekte eine Unterstützung durch Österreich sinnvoller ist als andere Optionen, wie eine Insolvenz des Unternehmens. Klar ist, es geht um mehrere Hundert Millionen Euro Steuergeld für ein Unternehmen, dessen Branche eine große Herausforderung im Klimaschutz darstellt.
    Falls die Bundesregierung ausreichend gute Gründe – wie die Perspektive für die Beschäftigten oder Auswirkungen auf andere Unternehmen – für staatliche Hilfsmaßnahmen sieht, könnte das trotzdem keinesfalls ohne strenge Bedingungen gewährt werden.
    Das Gesamtpaket aus Unterstützung und Gegenleistung muss passen, also einer möglichen Unterstützung ein deutlicher Mehrwert für Österreich und für den Klimaschutz gegenüberstehen. Damit gemeint sind in Sachen Klimaschutz wirksame Verpflichtungen zur Reduktion von CO2-Ausstoß, zum Beispiel durch weniger Kurzstreckenfüge und eine bessere Verbindung mit der Bahn. Wichtig ist aber auch, dass Arbeitsplätze unter fairen Bedingungen erhalten bleiben, anstatt das Feld den Billig-Airlines zu überlassen. Eine zukunftsfähige Entwicklung des Flugverkehrs ist zu Dumping-Preisen nicht möglich.

    Abschließend darf ich Ihnen versichern, dass sich Bundesministerin Gewessler und ihr Team sich mit aller Kraft für eine gute Lösung im Sinne Österreichs und im Sinne des Klimaschutzes einsetzen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Sophie Danek

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