Weihnachtsdeko-Test

Der Global2000-Weihnachtsdeko-Test deckt auf: Gefährliche Stoffe in Christbaumkugeln, künstlichen Weihnachtsbäumen und Lichterketten sind keine Seltenheit!

Wussten Sie, welche Substanzen in diesen scheinbar harmlosen Weihnachtsdekoartikeln stecken? Wenn wir als europäische KonsumentInnen etwas kaufen, denken wir automatisch, dass diese Produkte sicher sind. Dass dem nicht so ist, zeigt der Global2000-Test, im Rahmen des EU Projekts LIFE AskREACH: Sogar in weihnachtlichen Dekoartikeln wurden fortpflanzungsschädigende Weichmacher, giftige Flammschutzmittel und umweltschädliche Chlorparaffine gefunden.

Besonders besorgniserregende Stoffe
Die gute Nachricht ist, dass KonsumentInnen das Recht haben, vom Verkäufer oder Hersteller eines Produkts zu erfahren, ob darin Substanzen enthalten sind, die unsere Gesundheit oder die Umwelt schädigen. Dank der europäischen Chemikalien-Verordnung „REACH“ werden diese Substanzen in einer Liste gesammelt und fallen unter das so genannte „Auskunftsrecht“. Auf Anfrage von KonsumentInnen sind sowohl Produzenten als auch Verkäufer verpflichtet, Auskunft über sogenannte „besonders besorgniserregenden Stoffe“ – auf Englisch „Substances of Very High Concern“ (SVHCs) – und Informationen zum sicheren Umgang mit den Produkten, zu geben.

Was sind SVHCs?
Substances of Very High Concern – kurz SVHCs – sind Stoffe die erwiesenermaßen krebserregend, fortpflanzungsschädigend, erbgutverändernd, hormonell wirksam oder persistent (schlecht abbaubar), bioakkumulativ (reichern sich in der Umwelt an) und toxisch (giftig) sind.

Sie können in allen Arten von Alltagsgegenständen vorkommen, wie etwa in Spielzeug, Schuhen, Kleidung, Möbeln, Schmuck, Geschirr, Elektronik und Sportgeräten. Dazu gehören Substanzen wie Weichmacher in Plastikmaterialen, Flammschutzmittel in Textilien oder Möbeln, Schwermetallverbindungen, verschiedene Farbstoffe oder so genannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoff-Verbindungen.

Der Weihnachtsdeko-Test

Es wurden künstliche Weihnachtsbäume, Christbaumschmuck und Lichterketten bei verschiedenen österreichischen und deutschen Händlern gekauft und auf SVHC testen lassen.

Getestet wurde auf folgende Substanzen:

  • Phthalate (Weichmacher) – können hormonell wirksam und teilweise fortpflanzungsschädigend sein
  • Flammschutzmittel – bestimmte Flammschutzmittel sind giftig für Mensch und Umwelt
  • Chlorparaffine – sind giftig für Wasserlebewesen und wahrscheinlich krebserregend für den Menschen
  • Schwermetalle – können in zu hohen Konzentrationen gesundheitsschädlich und teilweise krebserregend und fortpflanzungsschädigend sein

Die Ergebnisse der Weihnachtsdeko-Tests

In der Hälfte der 26 untersuchten Produkte wurden SVHCs in Konzentrationen über 0,1 % gefunden, damit fallen diese Erzeugnisse unter das „Informations-Recht“ gemäß Artikel 33 der REACH-Verordnung.

In neun Produkten wurden Weichmacher über dem 0,1 % Grenzwert gefunden, vor allem das Phthalat DEHP. Spitzenreiter waren zwei Lichterketten, die zu rund einem Viertel (24 % und 27 %) aus Phthalaten bestanden. DEHP ist auch in der europäischen Elektroprodukte-Verordnung (RoHS) geregelt, die besagt, dass Artikel mit über 0,1 % DEHP nicht verkauft werden dürfen. Alle vier Lichterketten sind demnach nicht verkehrsfähig.

In zehn Erzeugnissen wurden Chlorparaffine gefunden, wobei sechs davon über der 0,1 %-Grenze lagen. Diese Stoffe sind auch in der weltweit geltenden POP-Verordnung geregelt (POP = persistente organische Schadstoffe), die besagt dass Produkte mit mehr als 0,15 % Chlorparaffine nicht verkauft werden dürfen. Je drei Weihnachtsbäume und Lichterketten sind demnach ebenfalls nicht verkehrsfähig.

In drei Christbaumkugeln wurden Flammschutzmittel nachgewiesen, in allen drei Fällen die Substanz Deca-BDE (Decabromdiphenylether). Diese ist sowohl über die POP- als auch über die RoHS-Verordnung geregelt und Produkte mit einem Gehalt über 0,1 % dürfen nicht auf den Markt gebracht werden. Das heißt auch diese drei Kugeln sind nicht verkehrsfähig.

Schwermetalle wurden nur in zwei Produkten in geringen Mengen nachgewiesen.

Das erschreckende Ergebnis: Insgesamt sind fast 40 % der untersuchten Erzeugnisse nicht verkehrsfähig.

Zum Weihnachtsdeko-Test im Detail und den Reaktionen der Firmen wie Spar, Conrad, XXXLutz, weihnachtsdekoration.at, OBI geht’s HIER

Was kann ich tun?

  • Genießen Sie das Fest mit einem echten Weihnachtsbaum aus regionalem, biologischen Anbau. Verwenden Sie Christbaumschmuck aus Naturmaterialien wie Holz, Stroh oder Glas.
  • Ziehen Sie Kerzen aus Bienenwachs Lichterketten vor – natürlich nur unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen.
  • Kaufen Sie generell keine Produkte aus weichem PVC oder Billigartikel aus dunklem Hartplastik und bringen Sie stark riechende Plastikprodukte zum Händler zurück – übermäßiger „Plastikgeruch“ deutet oft auf übermäßigen Einsatz von Weichmachern hin.
  • Achten Sie auf Umweltzeichen, wie das Österreichische Umweltzeichen, das EU-Eco-Label oder den Blauen Engel.

Quelle & weitere Infos:
Global2000

 

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